Human Interaction
Modulbeschreibung — Human Interaction, ab Orchestra 5.2.
Beschreibung
Die Orchestra Human Interaction ist ein innovatives Modul für Orchestra. Das Modul erlaubt menschliche Akteure (Nutzer) in Integrationen (Orchestra-Szenarien) einzubinden und mit diesen zu interagieren. Die Nutzer müssen dabei kein Wissen über Orchestra (z.B. Designer oder Runtime) besitzen. Die Interaktion erfolgt über ein Web-Frontend, ohne dass eine direkte Interaktion mit Orchestra erfolgt.
Die Interaktion wird durch den Orchestra-Entwickler im Orchestra Designer als „Human Tasks" festgelegt. Der Entwickler definiert, welche Art von Interaktion erforderlich ist. Human Interaction Tasks werden in einem separaten Web-Frontend dargestellt.
In der Regel werden zwei zentrale Anwendungsfälle mit Hilfe der Human Interaction realisiert. Erstens, ein Mitarbeiter oder eine Gruppe von Mitarbeitern starten einen Prozess eines Orchestra-Szenarios. Zweitens, der Prozess eines Orchestra-Szenarios pausiert und wartet auf die Entscheidung eines Mitarbeiters wie fortgefahren werden soll. In beiden Fällen können Daten eines Prozesses eingesehen, übergeben oder editiert werden.
Hauptmerkmale und Funktionen
- Orchestra-Szenarien starten: Nutzer können manuell ein Start-Event eines Orchestra-Szenarios generieren. Dabei können auch Daten an das Orchestra-Szenario übergeben werden. Das Event kann über ein Web-Frontend ausgeführt werden.
- Orchestra-Szenarien fortsetzen: Orchestra-Szenarien werden pausiert, bis sie von einem Nutzer fortgesetzt werden. Alle pausierten Prozesse werden in einer Liste vorgehalten. Nutzer interagieren über ein Web-Frontend mit dem Prozess des Orchestra-Szenarios.
- Daten einsehen und editieren: Dem Nutzer kann ermöglicht werden, die spezifischen Daten eines Prozesses einzusehen und diese bei Bedarf sogar editieren. Auch können Daten von einem Benutzer an einen Prozess übergeben werden.
Besonderheiten
Für die Darstellung der Human Task stehen eine Reihe verschiedener Formulartypen zur Verfügung.
- Einfache Workflows (mit einfachen Ja/Nein-Entscheidungen): Orchestra bietet eine Reihe von vordefinierten Dialogen, für die Sie nur den Text und die Beschriftungen für die Schaltflächen eingeben müssen.
- Komplexe Workflows: Orchestra Human Interaction bietet die Möglichkeit, maßgeschneiderte Web-Ressourcen bereitzustellen. Dies ermöglicht es, benutzerdefinierte Websites zu entwerfen. Darüber hinaus unterstützt die Human Interaction Websites basierend auf Eingabeparametern oder Nachrichten dynamisch zu erstellen. Es ist auch möglich, eine Human Task mit einer extern gehosteten Website zu verbinden.
- Eskalationen: Orchestra Human Interaction bietet die Möglichkeit Eskalationen umzusetzen. Wird ein pausierter Prozess eines Orchestra-Szenarios nicht innerhalb einer definierbaren Zeitspanne durch einen Nutzer fortgesetzt, kann der Task an einen weiteren Nutzer eskaliert (weitergeleitet) werden.
Anwendungsfälle (exemplarisch)
Mit der Orchestra Human Interaction können verschiedenste Anwendungsfälle realisiert werden, in denen menschliche Akteure bei Integrationsprozesse involviert werden müssen.
- Industrie: Während der laufenden Datenübertragung von einer Produktionsmaschine an ein zentrales MES erkennt das Orchestra-Szenario überschrittene Grenzwerte im Maschinensignal – etwa eine Temperatur, die außerhalb der Spezifikation liegt. Die Plattform stoppt den Datenfluss automatisch und wartet auf eine menschliche Entscheidung. Ein Produktionsverantwortlicher wird informiert. Er sieht die Rohdaten, kann diese interpretieren, einen Fehlerstatus bestätigen oder als Fehlalarm kennzeichnen. Danach setzt er die Übertragung manuell fort. Das Orchestra-Szenario führt entsprechend der Einschätzung unterschiedliche Reaktionen aus (z.B. Protokollierung des Fehlers in einer gesonderten Datenbank).
- Business: Ein neuer Lieferant übermittelt Stammdaten, die automatisch vom ERP übernommen werden. Das Orchestra-Szenario erkennt Unvollständigkeiten oder Regelverletzungen (z. B. ungültige Bankverbindung). Der Prozess wird in Echtzeit pausiert. Ein Mitarbeitender im Einkauf wird benachrichtigt und kann die kritischen Felder direkt korrigieren oder ergänzen (z. B. durch Rückfrage beim Lieferanten). Erst im Anschluss wird die Verarbeitung der Stammdaten fortgesetzt und die Übergabe ans ERP abgeschlossen.
- ITSM: Ein neuer Mitarbeiter soll erfasst und im System verschiedene neue Benutzerkonten angelegt werden. Die verantwortliche Abteilungsleiterin gibt alle relevanten Informationen per Web-UI ein. Das Orchestra-Szenario wird ausgelöst und übergibt die Daten an verschiedene Systeme, um Konten anzulegen oder Stammdaten zu aktualisieren.
Anforderungen
- Orchestra Web-Designer 5.2 oder höher
- Orchestra Runtime 5.2 oder höher
Hinweise zur Nutzung
- Schulung und Unterstützung für Benutzer stehen zur Verfügung, um sicherzustellen, dass das Feature effektiv genutzt werden kann.
- Feedback und Anregungen sind jederzeit willkommen, um das Feature kontinuierlich zu verbessern.
Lizenzierungsmodell
Das Modul Orchestra Human Interaction muss gesondert lizensiert werden. Anfragen bitte an: customer@soffico.de