Überblick
Orchestra ist die Integrationsplattform von soffico zur Verbindung heterogener IT- und OT-Umgebungen. Sie standardisiert, transformiert und verteilt Daten zwischen Systemen, Maschinen und Anwendungen, die sonst unterschiedliche Protokolle und Formate sprechen, und automatisiert die Prozesse, die sie miteinander verbinden.
Typische Anwendungsfälle sind:
- IT/OT-Integration — Anbindung von SPSen, Sensoren und Industrieanlagen an IT-Landschaften (ERP, MES, CRM, Data Lakes).
- System-zu-System-Integration — Ablösung von Punkt-zu-Punkt-Verbindungen zwischen Anwendungen durch eine lose gekoppelte, zentral verwaltete Drehscheibe.
- Prozessautomatisierung — Orchestrierung mehrstufiger, systemübergreifender Abläufe mit BPMN.
Orchestra ist als Low-Code-Plattform ausgelegt: Die meisten Integrationsszenarien werden konfiguriert statt programmiert, sodass sowohl Einsteiger als auch erfahrene Entwickler sie erstellen und pflegen können. Die Plattform ist Java-basiert und plattformunabhängig, skaliert vom Einzelknoten bis zur hochverteilten Cluster-Architektur und eignet sich für GMP- und sicherheitskritische Umgebungen ebenso wie für allgemeine Integrationsaufgaben.
Die vollständige Produktbeschreibung Orchestra 5 beschreibt die Plattform und ihre Module im Detail.
Bestandteile der Plattform
Orchestra besteht aus den folgenden Kernanwendungen:
| Komponente | Zweck |
|---|---|
| Web Designer | Webbasierte, kollaborative Entwicklungsumgebung zur Modellierung von Szenarien: Konnektoren, Mappings, Prozesse und Templates. Für den Umstieg von Orchestra 4.16 und älter steht zusätzlich ein Desktop-Classic-Designer bereit. |
| Runtime & Monitor | Führt Szenarien im Standalone- oder Cluster-Betrieb aus, mit einem browserbasierten Monitor zur Verfolgung des fachlichen und prozessualen Status. |
| Orchestra Bridge | Lokale Begleitanwendung, die dem (cloud-gehosteten) Web Designer Zugriff auf lokale Daten und Testausführung verschafft. |
| Solution Hub | Eigenständiges Produkt, um Szenarien als wiederverwendbare Solution-Templates zu verpacken und über verteilte Runtime-Instanzen hinweg auszurollen — und zu aktualisieren. |
| Distributed Monitoring | Zentrales, zeitreihenbasiertes Monitoring über mehrere Runtime-Instanzen hinweg, inklusive Prometheus-Metrics-Endpunkt. |
Bausteine eines Szenarios
Jede Orchestra-Integration („Szenario") besteht aus denselben Bausteinen, die im Designer modelliert werden:
- Adapter / Channel — Konnektoren zu externen Systemen und Maschinen. Orchestra bringt über 90 einsatzfertige Adapter mit, die Protokolle wie REST, OPC-UA, MQTT, Kafka, AMQP, MTConnect, JSON, XML und CSV abdecken.
- Mappings — Datentransformationen zwischen Quell- und Zielstrukturen (grafisch, KI-gestützt, programmiert).
- Prozesse — Integrationslogik, modelliert in BPMN.
- Environment Entries — umgebungsspezifische Konfigurationsparameter.
Szenarien werden in Projekten organisiert, über die Git-Integration versioniert und lassen sich zu Bundles für das Deployment zusammenfassen. Das Dependency Management hält gemeinsam genutzte Elemente über Szenarien und Versionen hinweg konsistent.
Add-ons und Module
Der Funktionsumfang von Orchestra lässt sich durch Module erweitern, unter anderem:
- Orchestra AI — MCP-basierte Anbindung generativer KI-Modelle für Szenarienerstellung, Mapping, Analyse, Dokumentation und Deployment-Unterstützung.
- Testing — wiederholbare, definierbare Tests für Szenarien, Workflows und Funktionsbausteine.
- Throttling — konfigurierbare Drosselung auf Kanal-, Szenario- oder Instanzebene.
- Human Interaction — lässt Fachanwender über ein eigenes Web-Frontend an Szenarien teilnehmen, ohne Zugriff auf Designer oder Runtime.
- Minifier — CLI-Werkzeug, das ein reduziertes Runtime-Artefakt für automatisierte Deployment-Pipelines erzeugt.
Wie es weitergeht
- Sie möchten das Gesamtbild in einem Dokument? Lesen Sie die Produktbeschreibung Orchestra 5.
- Neu in der Orchestra-Architektur? Weiter mit Orchestra Architecture → Introduction (nur auf Englisch verfügbar).
- Sie bauen Ihr erstes Szenario? Zur Dokumentation des Web Designers.
- Sie rollen Lösungen über mehrere Umgebungen aus? Siehe die Dokumentation zum Solution Hub.
- Sie wechseln zwischen Orchestra-Versionen? Siehe Hinweise zur Abwärtskompatibilität (nur auf Englisch verfügbar).